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Apulien

26.05.2018 - 05.06.2018

Dauer: 11 Tage, mit Flugzeug/Bus

Leitung: Dr. Jochen Schröder

Preis p.P. im DZ (Ü/HP) 2.259,-€

EZ-Zuschlag 200,-€

(inkl. Eintritte und ÖPNV-Fahrten)

Kaiser Friedrich II., das Staunen der Welt, Mythos der Stauferzeit: Das „chint von püllen“, das die Dichter besangen, hat kein Land so geliebt wie eben seine Heimat Apulien. Dutzende von Palastbauten ließ er hier errichten, allen voran das legendäre Castel del Monte; Lucera samt Moschee stampfte er für die aus Inselsizilien umgesiedelten Sarazenen aus dem Boden. In Andria ließ er seine zweite und seine dritte Frau bestatten, in Fiorentino starb er.

Zwischen dem Michaelsheiligtum auf dem Monte Gargano, wo für die Normannen die Eroberung Unteritaliens begann, den binnenländischen Hauptorten Troia und Melfi (Friedrichs „Konstitutionen“ von 1231) und dem „Stiefelabsatz“ mit Lecce und dem Kranz der Küstenstädte gibt es darüber hinaus noch viel mehr zu entdecken, bis hin zur von Renzo Piano in modernsten Formen erbauten Wallfahrtskirche zum Grab des Hl. Padre Pio, an deren Ausstattung immer noch herumgebosselt wird.

Auf unserer Studienfahrt durch die heutige italienische Provinz Puglia sehen wir die Kastelle Friedrichs II. und die Festungsbauten Karls von Anjou, der mit ihnen nach Vernichtung der Staufer seine Herrschaft absicherte. Die Archäologie hat neben den griechischen Städten auch reiche prähistorische Fundstätten ans Licht gebracht, u.a. die faszinierenden Grabstelen der Daunier, eines Volkes, über das wir sonst kaum etwas wissen. Vor Barletta verlor ein Schiff mit seiner Ladung auch den Koloss von Barletta, den sie im 14.Jh. aus dem Meer fischten: die größte erhaltene Kaiserstatue der Antike. Von hier stammte auch der jung verstorbene Impressionist Giuseppe De Nittis, dem man ein sehr beachtliches Museum eingerichtet hat. Die normannischen Dome von Molfetta, Bari, Otranto, Troia u.a. zählen zu den Meisterwerken der romanischen Kunst, zumal dieser Stil sich hier in der Auseinandersetzung mit dem älteren, byzantinischen Kirchenbau mehrschichtig entwickelt. Viel davon haben erst die Restaurierungen der 50er Jahre hinter der gründlichen Barockisierung hervor ans Licht gezogen. An romanischen Kathedren und Bronzetüren findet man nirgends mehr als gerade hier, wo im Bronzeguss mit Barisanus von Trani ein Meister im Westen erreichte, was bisher nur in Konstantinopel möglich gewesen war. Und der süffige Barock Apuliens (der sog. „Lecceser Barock“) schuf schließlich die lebhaftesten Stadtbilder in einer großzügigen, von Olivenhainen, welligen Hügeln und den Kalksteinfelsen der Küste geprägten Landschaft. (Bitte beachten Sie, dass wir für die Besichtigung von Ausgrabungen festes Schuhwerk benötigen!)

HIERZU AUGENREISEN AM 5.1. UND 12.1., VORTRAG AM 27.2./17.4./8.5. UND SEMINAR AB 12.3.

 

PROGRAMM (Änderungen und Umstellungen vorbehalten!)

So 26.5.
Flug Hamburg – Bari (via Frankfurt); Transfer nach Foggia; Hotelbezug (3 Nächte in zentralem 4-Sterne-Haus).

Mo 27.5.
Manfredonia (Kastell mit Museum der Daunischen Kultur), Monte Gargano; Rückfahrt über San Giovanni Rotondo.

Di 28.5.
Lucera, Castello Fiorentino; nachmittags Troia mit Diözesanmuseum.

Mi 29.5.
In der Basilicata: über Melfi und Venosa nach Canosa di Puglia; Weiterfahrt nach Bisceglie; Hotelbezug (3 Nächte in 4-Sterne-Haus am Stadtrand).

Do 30.5.
Barletta mit Kastell, Kathedrale und De Nittis-Museum; nachmittags Ruvo di Puglia und Bisceglie.

Fr 31.5.
Molfetta, Bitonto und Castel del Monte; nachmittags über Andria nach Trani.

Sa 1.6.
Weiterfahrt über Bari (Dom und San Nicola mit Schatzkammern), das Trulliland und Ostuni nach Brindisi; Hotelbezug (4 Nächte in 3-Sterne-Haus am Stadtrand).

So 2.6.
Otranto, Dolmen von Scusi, Vaste und Galatina.

Mo 3.6.
Lecce und Brindisi mit Santa Maria del Casale.

Di 4.6.
Taranto (Tarent): Altstadt und Archäologisches Museum; Massafra und Grottaglie.

Mi 5.6.
Besichtigung je nach Flugzeit; Rückflug Brindisi – Hamburg (via Zürich).

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Castel del Monte
Foto: Jochen Schröder
Castel del Monte
Foto: Jochen Schröder