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Siebenbürgen und seine Wehrbauten - die Erfahrung Transsilvaniens

23.08.2018 - 02.09.2018

Dauer: 11 Tage, mit Flugzeug/Bus

Leitung: Dr. Jochen Schröder

Preis p.P. im DZ (Ü/HP) 1.915,-€

EZ-Zuschlag 239,-€

(inkl. Eintritte und ÖPNV-Fahrten)

Transsilvanien – das „Land hinter den Wäldern“ – vereinigt seit Jahrhunderten eine gemischte Bevölkerung: die ungarischen Szekler, die von moselfränkischen Siedlern abstammenden Siebenbürger Sachsen, Sinti und Roma und, seit dem ersten Weltkrieg, Rumänen. Im letzten wahren Vielvölkerstaat des christlichen Europa dominierten die orthodoxe, die lutherische und die katholische Kirche entsprechend den Volksgruppen, hinzu kam vor allem im 18. und 19.Jh. das Judentum. Jahrhundertelang hinter den Karpaten gegen die osmanische Expansion verschanzt, hat man den Typus der „Wehrkirche“ geschaffen – mehrfach eng ummauerte Dorfkirchen mit Wehrgängen und Schießscharten auf den Kirchenmauern. Die Dörfer drumherum wurden meist im mittleren 19. Jh. nach einer frühen Generalplanung aus Wien neu aufgebaut. Die Städte zeugen von humanistischem Bürgerstolz: Cluj (Klausenburg), mit rumänischer und deutscher Universität), Sibiu (Hermannstadt), Alba Iulia (Karlsburg, früher Weißenburg; ehedem Zentrum der römischen Provinz Dakien!), das romantisch gelegene Ṣighişoara (Schäßburg) und Braşov (Kronstadt) im Burzenland mit seiner brandgeschwärzten Kirche. Wir beschäftigen uns mit den berühmtesten historischen Gestalten Transsilvaniens: dem Fürsten Vlad (gen. Dracula, eigentlich ja ein Walache), dem Ungarnkönig Matthias Corvinus und dem Kronstädter Humanisten und Reformator Johannes Hontert, gen. Honterus. Die vom habsburgischen Statthalter und Bischof Transsilvaniens, Graf Brukenthal, in Hermannstadt begründete Sammlung mit Gemälden von Cranach, Paris Bordone, Bassano und Tizian ist von europäischem Rang. Da in Rumänien, unter Ceauşescu ‚Armenhaus Europas’, der Tourismus unregelmäßig entwickelt ist, werden wir uns dem Rhythmus des Landes – auch der Dorfstraßen – anpassen. Die Hotels sind dagegen inzwischen von der gewohnten Qualität. Für die eine oder andere Unbequemlichkeit entschädigt der Besuch fast unberührt erhaltener Dorfstrukturen, in denen noch der Pferdewagen regiert, und Landschaften, in welchen bis zum hügeligen Horizont kein Haus zu sehen ist. Gerade die schönsten der Siebenbürger Wehrkirchen liegen am Ende der Straßen in tiefen Taleinschnitten; die Armut dieser entlegenen Dörfer hat sie vor einem Neubau im prosperierenden 19. Jh. bewahrt.

 

PROGRAMM (Änderungen und Umstellungen vorbehalten!)

Do 23.8.
Flug Hamburg – Cluj (Klausenburg) (via München); Transfer nach Alba Iulia (Karlsburg) und Hotelbezug (1 Nacht in zentralem 4-Sterne-Haus); Programm je nach Flugzeit.

Fr 24.8.
Weiterfahrt über Sebeş (Mühlbach), Miercurea Sibiului (Reußmarkt) und Cristian (Großau) nach Sibiu (Hermannstadt); Hotelbezug (4 Nächte in zentralem 4-Sterne-Haus).

Sa 25.8.
Stadtbesichtigung Sibiu mit Stadtkirche und Brukenthalmuseum.

So 26.8.
Ausflug nach Cisnădioara (Michaelsberg) und Cisnădie (Heltau) (Möglichkeit zum deutschsprachigen, lutherischen Gottesdienstbesuch); Fahrt zum Roten Turm am Oltdurchbruch; nachmittags über Bradu (Girelsau) zurück nach Sibiu.

Mo 27.8.
Valea Viilor (Wurmloch) und Mediaş (Mediasch), Şeica Mică (Kleinschelken) und Slimnic (Stolzenburg).

Di 28.8.
Weiterfahrt über Agnita (Agnetheln), Cincu (Groß-Schenk) und Făgăraş (Fogarasch) nach Braşov (Kronstadt); Hotelbezug (3 Nächte in 4-Sterne-Haus am Hang über der Altstadt).

Mi 29.8.
Braşov mit Schwarzer Kirche und Ring; Hărman (Honigberg) und Prejmer (Tartlau).

Do 30.8.
Ausflug in die Karpaten Richtung Bran (Törzburg); Programm nach Vereinbarung.

Fr 31.8.
Weiterfahrt über Cârţa (Kerz), Feldioara (Marienburg) im Burzenland, Homorod (Hamruden) und Viscri (Deutsch-Weißkirch) nach Sighişoara (Schäßburg); Hotelbezug (1 Nacht in zentralem 4-Sterne-Haus).

Sa 1.9.
Stadtbesichtigung Sighişoara; Weiterfahrt über Mălâncrav (Malmkrog) und Biertan (Birthälm) nach Cluj; Hotelbezug (1 Nacht in zentralem 4-Sterne-Haus).

So 2.9.
Besichtigung in Cluj je nach Flugzeit; Rückflug nach Hamburg (via München).

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Wehrkirche in Viscri
Foto: Jochen Schröder
Wehrkirche in Viscri
Foto: Jochen Schröder