Studienfahrt

Kirchen, Schlösser und Gärten in Stockholm und Mittelschweden

13.07.2016 bis 21.07.2016

Dauer: 9 Tage, mit Bus

Leitung: Dr. Andreas Cante

Preis p.P. im DZ (Ü/HP) 1.866,-€

EZ-Zuschlag 330,-€

(inkl. Fährpassagen, Eintritte und ÖPNV-Fahrten)

 

Als Drehscheibe des Handels zwischen Ostseeraum und skandinavischem Binnenland boten die Inseln und Küsten der tief ins Land reichenden Meeresbucht Mälaren seit altersher beste Voraussetzungen. Nur verlagerte sich der bevorzugte Handelsplatz im Lauf der Jahrhunderte innerhalb der Region: In der Wikingerzeit war es Birka auf der Insel Björkö, später das weiter nördlich gelegene Sigtuna, wo bis heute archaisch anmutende Kirchenruinen von einstiger Größe künden. Als sich Mälaren im Mittelalter zum Süßwassersee entwickelte, übernahm schließlich Stockholm die Rolle des großen Umschlagplatzes. Kirchliches Zentrum Schwedens wurde 1164 Gamla Uppsala, von wo aus der Erzbischof ein Jahrhundert später an die heutige Stelle umzog. Vom 13.-15. Jh. wuchs dort eine der größten gotischen Kathedralen des Nordens empor. Als Königsgeschlecht setzte sich Mitte des 13. Jhs. eine vormalige Großbauernfamilie aus Östergötland durch. Aus diesem Geschlecht ging im 14. Jh. die heilige Birgitta hervor, deren Visionen in ganz Europa für Aufsehen sorgten. In den Gebäuden der Königspfalz in Vadstena am Vättern gründete sie ihr berühmtes Kloster, dessen nach göttlicher Eingebung errichtete Kirche zu den eindrucksvollsten Klosterkirchen des Spätmittelalters zählt. Nach den Jahrzehnten der Nordischen Union mit Dänemark und Norwegen kam es 1521/23 unter Gustav Vasa zur endgültigen Abspaltung Schwedens. Der Aufstieg der Dynastie lässt sich an ihren Schlössern verfolgen: Gripsholm erinnert mit seinen mächtigen Rundtürmen noch sehr an Burgen des Mittelalters, auch in Vadstena treffen wir auf den Typus des Festen Schlosses. Als Schweden im 17. Jh. zur nordeuropäischen Großmacht geworden war, bauten die Architekten Nicodemus Tessin d.Ä. und d.J. für das Königshaus auf internationalem Niveau: Schloss Drottningholm mit seinem grandiosen Barockgartenund das an römische Palazzi erinnernde Stockholmer Stadtschloss zeugen davon. Vorausgegangen waren einige schwedische Adlige, die sich im Dreißigjährigen Krieg Ruhm und Reichtum erworben hatten, darunter Feldmarschall Carl Gustav Wrangel mit seinem frühbarocken Schloss Skokloster. Ungeachtet militärischer Niederlagen blühten Künste und Wissenschaften auch im 18. Jh.: Königin Luise Ulrike, eine Schwester Friedrichs d.Gr. von Preußen, hielt in Drottningholm ebenso glänzend wie geistreich Hof. Ihr ist der Bau des berühmten Schlosstheaters zu danken. Maler wie Carl Gustav Pilo und Alexander Roslin schufen höfische Porträts, die selbst in Frankreich Anklang fanden. Auch Luise Ulrikes Sohn Gustav III., der per Staatsstreich die absolute Monarchie wiederherzustellen versuchte, war ein großer Förderer von Literatur und Kunst. Unter den Wissenschaftlern des aufgeklärten Jahrhunderts ragt Carl Linné heraus, dessen Haus und Garten in Uppsala zu besichtigen sind. Auf der Schwelle zur Moderne wirkte in Stockholm mit Prinz Eugen ein Mitglied des Königshauses nicht mehr nur mäzenatisch, sondern selbst als ernsthafter Künstler. Landschaftsbilder von seiner Hand und Werke der bedeutendsten schwedischen Maler seiner Zeit birgt die Jugendstil-Villa Waldemarsudde, die er sich auf der Insel Djurgården nahe der Stockholmer Innenstadt bauen ließ. Einen ähnlich stimmungsvollen Ort schuf sich der Bildhauer Carl Milles mit seinem Skulpturengarten am Seeufer.

Die Reise mit dem Bus verschafft uns nicht nur Eindrücke schwedischer Landschaften, sondern auch die Möglichkeit, entlegene Kunststätten wie die Alte Kirche in Dädesjö mit ihrer bemalten Holzdecke des 13. Jhs. kennen zu lernen.

 

HIERZU SEMINAR AB 4.5. (VGL. S. 15)

 

PROGRAMM(Änderungen und Umstellungen vorbehalten!)

 

Mi 13.7. Busfahrt Hamburg – Puttgarden; Fährpassage nach Rødby; Weiterfahrt nach Växjö: Stadtrundgang (bei rechtzeitiger Ankunft kurze Dombesichtigung); Hotelbezug (1 Nacht in zentrumsnahem Haus mit ungefähr 3 Sternen entsprechendem Standard).

Do 14.7. Weiterfahrt über Dädesjö (Alte Kirche) und Linköping (Dom, Slotts- & Domkyrkomuseum) nach Stockholm; Hotelbezug (6 Nächte in zentralem Haus mit ungefähr 3 Sternen entsprechendem Standard).

Fr 15.7. Stockholm: Altstadt mit Storkyrkan, Riddarholmskyrkan und Schloss; Moderna Museet.

Sa 16.7. Sigtuna: Stadtrundgang; Skokloster: Kirche und Schloss; Haga: Park.

So 17.7. Uppsala: Dom, Museum Gustavianum mit Anatomischem Theater, Linnéträdgården; Lidingö: Millesgården.

Mo 18.7. Mariefred: Schloss Gripsholm; Drottningholm: Schloss und Park.

Di 19.7. Stockholm: Historiska Museet, Vasamuseet, Waldemarsudde.

Mi 20.7. Busfahrt von Stockholm über Vadstena (Klosterkirche und Schloss) und Rogslösa (Kirche) nach Värnamo; Hotelbezug (1 Nacht in zentralem Haus mit ungefähr 3 Sternen entsprechendem Standard).

Do 21.7. Weiterfahrt über Malmö (Turning Torso) nach Rødby; Fährpassage nach Puttgarden; Rückfahrt nach Hamburg.

Schloss Drottningholm
Foto: Herta Klassen
Schloss Drottningholm
Foto: Herta Klassen