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Brügge und Gent

03.07.2019 - 10.07.2019

Dauer: 8 Tage, mit Bus

Leitung: Dr. Jochen Schröder 

Preis p.P . im DZ (Ü/HP) 1.536,- €

EZ-Zuschlag 290,- €

(inkl. Eintritte)

Kaum irgendwo in Europa war der Prozess der Urbanisierung schon im Mittelalter so weit fortgeschritten wie in Flandern. Gent entwickelte sich schon im 11. Jh. zu einem europäischen Zentrum der Textilproduktion; Brügge, seit 1134 über den Zwin mit der Nordsee verbunden, stieg zur Drehscheibe des internationalen Handels auf. Das Selbstbewusstsein der reichen Kommunen spiegeln bis heute die imposanten Belfriede – Stadttürme, die mit den Turmbauten großer Kathedralen wetteifern. Als die Grafschaften Flandern und Artois 1384 an den Burgunderherzog fielen, wurden sie in die große Auseinandersetzung zwischen Burgund und England auf der einen und Frankreich auf der anderen Seite hineingezogen. Die Region stieg in der Zeit der „Großen Herzöge“ zum Zentrum einer beispiellosen Kunstblüte auf: Jan van Eyck und Hans Memling in Brügge, Rogier van der Weyden aus Tournai und Hugo van der Goes aus Gent revolutionierten die Malerei durch eine bis dahin unerreichte Naturnähe ihrer Menschen-, Interieur- und Landschaftsdarstellung und genossen selbst in Italien höchstes Ansehen. Ihre Werke in den Kirchen und Museen der Region stellen einen Schwerpunkt unserer Besichtigungen dar. Weniger bekannt sind die Werke frankoflämischer Bildhauerkunst des 14./15. Jhs., etwa die erlesene Statue der heiligen Katharina von André Beauneveau in Kortrijk oder die Werke der Bauhütte der Stiftskirche in ‘s-Hertogenbosch. Im 16. Jh. führte die Versandung des Zwin zu einer Verlagerung des Handels nach Antwerpen. Der Bedeutungsverlust Brügges hatte zur Folge, dass sich das Bild einer spätmittelalterlichen Großstadt nördlich der Alpen nirgendwo sonst so authentisch erhalten hat. Es sind indes nicht nur Brügge und Gent, die den Reiz der Region ausmachen. Kortrijk, Mechelen und das etwas unbekanntere Veurne mit einem ganz reizend umbauten Marktplatz und der monumentalen und doch feingliedrigen Backsteinkirche, die jenseits ihres Querhauses dann unvollendet liegenblieb, sind lohnende Ziele! Auf dem Soldatenfriedhof in Vladslo stehen die beiden knienden Gestalten der trauernden Eltern, die Käthe Kollwitz nach dem Kriegstod ihres Sohnes schuf, und geben heute in ihrem traurigen Ernst einer weiter gefassten Totenandacht Ausdruck.


PROGRAMM (Änderungen und Umstellungen vorbehalten!)
Mi 3.7.
Busfahrt Hamburg – ‘s-Hertogenbosch über Nijmegen; Hotelbezug (1 Nacht in                            zentralem 4-Sterne-Haus), Stadtrundgang in Hertogenbosch.
Do 4.7
Weiterfahrt über Mechelen nach Brügge; Hotelbezug (3 Nächte in zentralem 4-Sterne-Haus), erster Rundgang in der Altstadt.
Fr 5.7.    
Brügge: Groeningemuseum (Schwerpunkt: altniederländische Malerei); nachmittags Liebfrauenkirche und St. Janshospital mit Memlingmuseum.
Sa 6.7.
Brügge: Rathaus und Belfried, Beginenhof; nachmittags individuelles Programm.
So 7.7.
Weiterfahrt über Veurne, Vladslo (Soldatenfriedhof mit den Grabfiguren der Käthe Kollwitz) und Kortrijk nach Gent; Hotelbezug (3 Nächte in zentrumsnahem 4-Sterne-Haus).
Mo 8.7. 
Stadtrundgang in Gent mit Belfried, Nikolauskirche, Graslei, Gravensteen, Bavokathedrale mit Genter Altar und Abtei St. Bavo.
Di 9.7.
Die Genter Museen: Museum voor Schone Kunsten, Stadsmuseum, Stedelijk Museum voor Actuele Kunst (SMAC)
Mi 10.7.
Rückfahrt über Essen (voraussichtlicher Mittagsort) nach Hamburg.
 

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Brügge
Foto: A. Cante
Brügge
Foto: A. Cante